Vorschau auf die 33. Auktion
Unsere 33. Auktion findet am Samstag, den 13. Juni 2026 statt. Es werden insgesamt über 900 Positionen aufgerufen. Das Angebot reicht von Werken der Alten und Modernen Kunst bis hin zu Uhren sowie alten und antiken Teppichen. Auf einige Objekte soll hier kurz etwas näher eingegangen werden.
Alte Kunst
Aus dem Bereich der Antike sei kurz auf zwei Lose eingegangen, die von besonderer kunsthistorischer Bedeutung sind. Zum einen ist dies ein prächtiger, aus vergoldetem Silber gefertigter Löwenkopfarmreif im Graeco-Persischen-Stil des 5.Jahrhunderts v. Chr. (Los 329), der möglicherweise in Kleinasien geschaffen wurde. Mächtige sichelförmige Eckzähne und die eingelötete Silberzunge zeugen von der hohen künstlerischen Qualität des Reifen, der in einer Hofwerkstätte entstanden sein wird. Solche Armreife waren beliebte Ehrengeschenke des Herrschers an seine verdienten Beamten.
Zum anderen ist dies eine nur knapp 6 cm hohe Silber-Statuette des Gottes Fufluns/Dionysos (Los 325), die aus dem etruskischen Kulturkreis des 5. Jahrhunderts v. Chr. stammt. Die trotz ihrer geringen Größe minutiös ausgearbeitete Figur diente sicher als Votivgabe. Solche Statuetten sind äußerst selten. Tatsächlich gibt es nur eine weitere – ebenfalls nur knapp 6 cm hohe – Figur des Gottes Fufluns, die bis heute bekannt ist (siehe Sybille Haynes, A miniature bronze statuette, in: Studi Etruschi 69[2003], S. 71-75). Die sicher aus der gleichen Werkstatt stammende Figur ist jedoch wohl aus Bronze gegossen, ist aber sonst fast völlig identisch mit unserer Statuette. Zusammen mit einer vergleichbaren ca. 17 cm hohen Statuette aus Modena (Haynes, s.o., Tav. XI, c-f) sind dies die wenigen Zeugnisse für einen Kult des Gottes Fufluns/Dionysos aus dem Etrurien des 5. Jahrhunderts v. Chr.
Unzweifelhaft zählt die Zeit um 1500 zu den bedeutendsten Kulturepochen auf dem Weg in die Moderne. Die Erfindung des Buchdrucks, die Reformation, der beginnende Kolonialismus und die Renovation der Antike waren wegweisend für die weiteren Jahrhunderte. Aus dieser Zeit sind in unserer Auktion z.B. im Bereich der Alten Bücher einige interessante Schriften zu finden. Mit Los 34 bieten wir zum Beispiel eine der Hauptschriften Martin Luthers (mit dem Titel „Von dem Bapstum zu Rome. Wider den hoch berumpte Romaniste zu Leiptzck“) an. Es handelt sich dabei um einen Nachdruck aus dem Jahr der Erstausgabe von Melchior Lotter d.J. aus dem Jahre 1520. Sie entstand im Juni dieses Jahres als Reaktion auf den Franziskaner Augustin von Alveldt aus dem Barfüßerkloster in Leipzig. Alveldt hatte zuvor eine Schrift veröffentlicht, die das Papsttum als göttliche Institution beschrieb. Luther hingegen verteidigt mit dieser Schrift seine schon früher formulierte These, dass das Papsttum nicht göttlichen, sondern lediglich menschlichen Rechts sei und dass Christus das wahre Haupt der Kirche ist und die Kirche die Gesamtheit aller Glaubenden (der „Leyen“) ist. Diese Schrift, die wie ein Paukenschlag wirkte, führte schließlich endgültig zum Bruch mit Rom.
Eines der Highlights unserer Sommerauktion ist der Buddha Shakyamuni (Los 880), der aus dem 16./17. Jahrhundert stammt oder noch älter ist. Die aus Lindenholz gefertigte Kultfigur mit einer aus Tonlocken bestehenden Haartracht, verfügt rückseitig über ein später eingesetztes Reliquiar aus Adlerholz. Dieses konnte mit der C14-Methode auf das Jahr ca. 1700 datiert werden. Folglich sollte die Figur, die ein bedeutendes Zeugnis chinesischer Sakralkunst und Geschichte ist, selber älter sein. Zu dieser Kultfigur und dessen naturwissenschaftlicher Untersuchungen gibt es ein umfangreiches Dossier, das Sie über den QR-Code abrufen können.
Moderne und Zeitgenössische Kunst
Im Expressionismus zählten Franz M. Jansen (1885-1958) und seine Frau Fifi Kreutzer (1891-1977) in den Rheinlanden zu den führenden Künstlern. Beide unterhielten einen engen Kontakt zu anderen Malern wie Carlo Mense und Schriftstellern wie Hermann Hesse. Von beiden Künstlern bieten wir in dieser Auktion Arbeiten an. Die „Bröl-Tal-Landschaft“ von Franz M. Jansen (Los 677) dürfte in den 1920er Jahren entstanden sein. Seit 1919 lebte und arbeitete Jansen vornehmlich in Ruppichteroth im Siegkreis und beschäftigte sich in seinen Arbeiten oft mit seiner neuen Wahlheimat.
In der zeitgenössischen Kunst bieten wir zwei kleinere Gouachen der international beachteten Kölner Künstlerin Rosemarie Trockel (*1952) an (Los 684 und 692), die Professorin an der Kunstakademie in Düsseldorf war. Beide Arbeiten zeigen Köpfe in der typischen, leicht dekonstruierten Manier Trockels. Köpfe sind im Werk der Konzeptkünstlerin häufig vertreten, auch in Form von Wollmasken, und thematisieren die Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen, häufig auch geschlechtsspezifischen Identitätsstrukturen.
Wir wünschen viel Vergnügen beim Durchblättern des Kataloges.








