Rückblick auf die 17. Auktion vom 18.06.2022

Wir freuen uns, Ihnen den neuen Katalog für unsere Sommerauktion präsentieren zu können. Es kommen 854 Lose am Samstag, den 18.6.2022, ab 10.00 Uhr zum Aufruf.

Das Angebot reicht von Werken mittelalterlichen Kunstschaffens bis hin zu einer großen Auswahl an Objekten der Modernen Kunst. Erweitert wird die Offerte in dieser Auktion durch eine umfangreiche Kollektion von Schmuck und Uhren aus Privatbesitz sowie 173 alten und antiken Teppichen.
Einige herausragende Einzelwerke und größere Werkzusammenhänge seien im Folgenden kurz vorgestellt.

Kunst des Mittelalters und Barocks

Den Auftakt bildet ein fragmentarischer Corpus Christi aus Kupfer mit Resten von Vergoldung (Höhe 24 cm), der um 1300 in Frankreich entstanden sein wird. Die Darstellung des Gekreuzigten folgt schon dem sogenannten „Dreinageltypus“, der seit der Mitte des 13. Jahrhunderts allgemein verbreitet war. Auf dem leicht gesenkten Haupt trägt er anstatt der Dornenkrone aber eine Königskrone, die ihn als Triumphator über den Tod ausweist und die noch aus der älteren Ikonographie des Gekreuzigten stammt.

Gut 200 Jahre später dürfte das Gemälde einer Madonna mit Kind (Öl auf Holz, 47 x 35 cm) gemalt worden sein, dessen Entstehung aus stilistischen Gründen nach Umbrien verortet werden kann. Das um 1500 im Umkreis des Perugino geschaffene Gemälde stammt aus der berühmten Sammlung Reber in Lausanne.

In das Ende des 16. Jahrhunderts ist schließlich die feine und gut erhaltene Majolika-Andachtsplatte einer Madonna mit Kind zu datieren, die wohl im umbrischen Deruta gefertigt wurde.

Schon der Mitte des 17. Jahrhundert ist ein großformatiges Gemälde mit einer „Südländischen Landschaft“ (126 x 158 cm), das Jan Both (1618-1652) zugeschrieben werden kann, zuzuweisen. Ebenso bemerkenswert ist das Gemälde eines Neapolitanischen Meisters mit der Darstellung der „Rückkehr des verlorenen Sohnes“ (110 x 150 cm). Dieses Gemälde ist stilistisch dem Werk des „Maestro dell’Annuncio ai pastori“ eng verwandt, der von 1620 bis 1660 in Neapel tätig war. Beide hier vorgestellten Gemälde stammen aus rheinischem Adelsbesitz.

Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts

Aus dem reichhaltigen Angebot an Gemälden des 19. Jahrhunderts sei hier besonders  das stimmungsvolle spätimpressionistische Gemälde „Les bords de l’Iton à Hondouville“ (Öl auf Leinwand, 51 x 73 cm) von Albert Lebourg (1849-1928) hervorgehoben, das eindrucksvoll das typische spätsommerliche Vibrieren der Luft einfängt. Es wurde schon im Jahre 1923 im Werksverzeichnis von Bénédit gelistet und ist seit über drei Jahrzehnten nicht auf dem Kunstmarkt angeboten worden.

Für die Kunst nach dem Zweiten Weltkrieg sei hier neben Graphiken von Dali, Miro und Nay auf mehrere Arbeiten des Kölner Künstlers Hubert Berke (1908-1979) verwiesen, der als Wegbereiter des Informel im Deutschland der Nachkriegszeit gilt. Die zwölf ganz unterschiedlichen Arbeiten aus einer Sammlung geben einen guten Überblick über das umfangreiche Schaffen dieses Kölner „Universalkünstlers“. Neben zwei frühen informellen Arbeiten von 1947 und 1949 soll hier ein kleines Nagelbild (Anlage im Nebel, 37 x 20 cm) erwähnt werden, das Berke im Jahre 1958 schuf.

Wir wünschen Ihnen bei der Durchsicht des Katalogs viel Freude.